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Beitragsbild: mit KI erstellt (Symbolbild)
Wer an niederländische Inseln denkt, denkt meist an Texel, Vlieland, Terschelling, Ameland oder Schiermonnikoog. Daneben gibt es im niederländischen Wattenmeer und im IJsselmeer-Gebiet eine Reihe kleinerer Inseln und Sandplaten, die kaum besiedelt oder komplett unbewohnt sind. Die meisten davon stehen unter strengem Naturschutz, und der Zugang ist sehr unterschiedlich geregelt: einige sind frei zugänglich, andere nur mit Führung, wieder andere ganzjährig gesperrt.
Unbewohnte Inseln im Wattenmeer
Zwischen Vlieland und Ameland liegen mehrere Sandplaten und Restinseln, die zum niederländischen Weltnaturerbe Wattenmeer gehören. Sie dienen als Brut- und Rastplatz für Vögel und Seehunde und sind deshalb überwiegend gesperrt.
Rottumeroog und Rottumerplaat
Rottumerplaat markiert den nördlichsten Punkt der Niederlande und ist vollständig unbewohnt; das Betreten ist grundsätzlich verboten. Rottumeroog, die östlichste und kleinste der Westfriesischen Inseln, ist seit 1965 unbewohnt, als der letzte Inselwärter abzog – heute misst sie noch rund 250 Hektar, wird aber durch Erosion stetig kleiner. Seit dem 1. Januar 2024 liegt die Zuständigkeit für beide Inseln vollständig bei Rijkswaterstaat, das für sie zusammen mit Griend als dauerhaft gesperrtes Gebiet nach dem niederländischen Naturschutzgesetz (Wet natuurbescherming) gilt. Einige wenige Wattführer-Organisationen besitzen eine Sondergenehmigung, um mit kleinen Gruppen eine begrenzte Anzahl Mal pro Jahr hinüberzulaufen.
Griend
Griend liegt zwischen Vlieland und Terschelling und wird von der niederländischen Naturschutzorganisation Natuurmonumenten verwaltet. Die Insel ist das ganze Jahr über für die Öffentlichkeit gesperrt; zwischen Mitte April und Mitte Juli halten sich freiwillige Vogelwärter dort auf, die die Kolonien von Brutvögeln beobachten und schützen. Einmal jährlich bietet Natuurmonumenten eine geführte Exkursion an, bei der Besucher die Insel unter Begleitung eines Rangers betreten dürfen – Termin und Verfügbarkeit wechseln, aktuelle Angaben gibt es bei Natuurmonumenten zu Griend.
Richel
Die Sandplate Richel liegt etwa einen Kilometer südöstlich von Vlieland. Ihre Ränder dürfen bei Ebbe betreten werden, der mittlere, deutlich markierte Bereich ist jedoch dauerhaft gesperrt, weil dort Tausende Wat- und Möwenvögel brüten, vor allem Silbermöwen. Wer mit der Fähre nach Vlieland oder Terschelling fährt, sieht Richel und die davorstehenden Absperrpfähle von Bord aus, ohne selbst dort anzulegen.
Engelsmanplaat
Die Sandplate zwischen Ameland und Schiermonnikoog ist anders als die zuvor genannten Orte grundsätzlich zugänglich: bei Ebbe kann sie mit dem Boot oder im Rahmen einer geführten Wattwanderung erreicht werden. Von April bis September sind Vogelwärter von Staatsbosbeheer vor Ort, deren Beobachtungshütte bei Niedrigwasser besucht werden kann. In Teilbereichen gelten während der Brutzeit Betretungsverbote, weil dort unter anderem Fluss- und Küstenseeschwalben brüten; auf der Plate rasten zudem regelmäßig Seehunde, wie sie auch andernorts an Küste und Inseln zu Beste Chancen beim Seehunde-Beobachten zu sehen sind.
De Boschplaat auf Terschelling
Terschelling selbst ist eine der bekannten, bewohnten Inseln – ihr östliches Drittel, De Boschplaat, ist jedoch ein eigenständiges europäisches Naturreservat, das 1970 als eines der ersten Gebiete das Europadiplom für Naturschutz erhielt. Rund 70 Vogelarten brüten hier, darunter Feldlerche, Steinschmätzer, Löffler und die seltene Zwergseeschwalbe. Vom 15. März bis 15. August ist nur ein kleiner, ausgeschilderter Teil zugänglich, damit die Brutvögel ungestört bleiben; auf Sandwegen und am Strand darf man sich auch in dieser Zeit bewegen. Von Mitte März bis September wachen Vogelwärter rund um die Uhr über das Gebiet.
Neue Natur im Markermeer
Nicht alle jungen Naturschutzgebiete auf niederländischen Inseln sind historisch gewachsen. Marker Wadden im Markermeer ist ein von Natuurmonumenten künstlich angelegtes Archipel aus Sand, Ton und Schlick des Sees: Die ersten fünf Inseln entstanden ab 2016, im Frühjahr 2021 kamen zwei weitere hinzu. Ziel des Projekts ist es, die durch den Deichbau zwischen Enkhuizen und Lelystad 1976 verloren gegangene natürliche Dynamik des Markermeers wiederherzustellen. Nur die westlichste Insel ist für Besucher geöffnet: Vogelbeobachtungshütten, ein hoher Aussichtsturm und ein etwa sieben Kilometer langer Wanderweg erschließen sie. Die Anreise erfolgt mit der Fähre, die Überfahrt dauert etwa 45 Minuten. Weitere Informationen zum Trägerverein bietet Natuurmonumenten zu Marker Wadden.

Wattwandern: was für Besucher gilt
Mehrere der beschriebenen Ziele – etwa der Rand von Richel oder die Route zu Rottumeroog – sind überhaupt nur im Rahmen einer geführten Wattwanderung erreichbar. Wattlaufen ohne zertifizierten Gidsen ist in den Niederlanden gesetzlich verboten; sowohl die Wattlauf-Organisationen als auch einzelne Wattführer benötigen eine eigene Genehmigung (Wadloopvergunning). Der Grund liegt in den Gefahren des Gebiets: starke Strömungen, schnell steigendes Wasser und sich laufend verändernde Rinnen machen das Watt ohne Ortskenntnis und aktuelle Gezeitendaten lebensgefährlich. Touren finden ausschließlich bei Ebbe statt, die genauen Zeiten ändern sich täglich und werden anhand der offiziellen Gezeitendaten von Rijkswaterstaat geplant.
Warum der Zugang so streng geregelt ist
Alle genannten Gebiete gehören zum niederländischen Wattenmeer, das seit 2009 UNESCO-Weltnaturerbe ist, oder – im Fall von Marker Wadden – zu einem gezielten Renaturierungsprojekt. Ungestörte Brut- und Rastplätze sind für Zugvögel und Seehunde überlebenswichtig; schon einzelne Besucher können ganze Kolonien zum Auffliegen bringen und Gelege oder Jungtiere gefährden. Wer eine der zugänglichen Inseln besucht, sollte sich an ausgeschilderte Wege und Beobachtungsabstände halten und Hunde grundsätzlich zu Hause lassen. Die bekannteren, bewohnten Inseln sind in einem eigenen Beitrag über die niederländischen Watteninseln im Überblick beschrieben.
Auf dem Festland gibt es vergleichbare, ebenfalls streng geschützte Feuchtgebiete: die Oostvaardersplassen in Flevoland, wo großflächige Wildnis und der Umgang mit großen Pflanzenfressern seit Jahren diskutiert werden, oder die Schilflandschaften des Nationalparks Weerribben-Wieden.
Häufig gestellte Fragen
Welche niederländischen Inseln darf man nicht betreten?
Rottumerplaat ist ganzjährig für die Öffentlichkeit gesperrt, ebenso der Kernbereich von Richel und die Insel Griend außerhalb der einen jährlichen Exkursion. Rottumeroog ist nur mit einer Sondergenehmigung im Rahmen geführter Wattwanderungen zu erreichen.
Wie kommt man auf die Insel Griend?
Individuell gar nicht. Natuurmonumenten bietet einmal im Jahr eine geführte Exkursion an, bei der eine begrenzte Zahl von Besuchern unter Aufsicht eines Rangers landen darf. Außerhalb dieses Termins dürfen nur Forscher und die saisonalen Vogelwärter die Insel betreten.
Was ist Marker Wadden?
Ein seit 2016 von Natuurmonumenten angelegtes Archipel aus mehreren künstlichen Inseln im Markermeer, das die durch Eindeichung verlorene natürliche Dynamik des Sees zurückbringen soll. Die westlichste Insel ist per Fähre erreichbar und über Beobachtungshütten, einen Aussichtsturm und einen rund sieben Kilometer langen Wanderweg erschlossen.
Kann man Rottumeroog und Rottumerplaat besichtigen?
Nur eingeschränkt. Seit 2024 verwaltet Rijkswaterstaat beide Inseln als dauerhaft gesperrtes Gebiet. Einige Wattführer-Organisationen besitzen eine begrenzte Zahl an Genehmigungen, um mit kleinen Gruppen pro Jahr hinüberzulaufen; auf eigene Faust ist ein Besuch nicht erlaubt.
Braucht man für den Besuch dieser Inseln eine Genehmigung?
Für Marker Wadden, De Boschplaat außerhalb der Brutzeit und Engelsmanplaat reicht ein regulärer Fähr- oder Bootsausflug beziehungsweise eine gebuchte Wattführung. Für Griend, Rottumeroog und die Kernzonen von Richel und Rottumerplaat ist dagegen eine Sondergenehmigung beziehungsweise eine geführte Exkursion mit begrenzten Plätzen zwingend erforderlich.





