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Beitragsbild: mit KI erstellt — keine Original-Fotografie
Giethoorn liegt im Nationalpark Weerribben-Wieden in der Provinz Overijssel und gilt als „Dorf ohne Straßen“: Statt über Straßen sind die Häuser über Wasserwege und 176 Brücken miteinander verbunden. Rund 2620 Einwohner leben auf einer Fläche, die sich über knapp 7 km erstreckt.
Geschichte: Von der Torfgewinnung zum Dorf ohne Straßen
Der Ort geht auf eine Gründung um 1230 durch Geißler zurück, religiöse Flüchtlinge aus dem Mittelmeerraum. Sie sollen bei der Ansiedlung zahlreiche Hörner wilder Ziegen im Schlamm gefunden haben – Überreste einer Flut aus dem 10. Jahrhundert – und benannten die Siedlung danach „Geytenhorn“. Über die Jahrhunderte wandelte sich der Name zu Giethoorn. Die schmalen Kanäle, die das Dorfbild bis heute prägen, entstanden allerdings erst später, als Bewohner Torf abbauten, der als Vorläufer der Kohle zum Heizen diente; die dabei entstandenen Gruben füllten sich mit Wasser und wurden zu den heutigen Wasserwegen. Gemeinsam mit dem angrenzenden Naturschutzgebiet De Wieden bildet der Nationalpark Weerribben-Wieden das größte zusammenhängende Sumpfgebiet Nordwesteuropas. Ein Video zur Geschichte Giethoorns zeigt die Entstehung der Wasserlandschaft.
Der Film „Fanfare“ und der Ruf als „niederländisches Venedig“
Seinen heutigen Bekanntheitsgrad verdankt Giethoorn maßgeblich dem Spielfilm „Fanfare“ von Regisseur Bert Haanstra aus dem Jahr 1958, der komplett im Dorf gedreht wurde. Haanstra war über den Maler Piet Zwiers auf den Ort aufmerksam geworden und nutzte die wasserreiche Kulisse, die traditionellen Stechkähne und ein eigenes Blasorchester der Dorfbewohner für seine Komödie. Mit rund 2,6 Millionen Kinobesuchern wurde „Fanfare“ zum zweiterfolgreichsten niederländischen Spielfilm aller Zeiten und machte Giethoorn über die Landesgrenzen hinaus bekannt.
Architektur: Reetdächer, Binnenpad und 176 Brücken
Viele der überwiegend im 18. und 19. Jahrhundert errichteten Bauernhäuser tragen charakteristische Reetdächer. Der Binnenpad, ein Fuß- und Radweg, verläuft als zentrale Verbindung durch das Dorf. 176 Brücken verknüpfen die zahlreichen kleinen Inseln miteinander; viele Häuser sind ausschließlich über eine private Brücke erreichbar.

Fortbewegung im autofreien Dorf
Giethoorn ist weitgehend autofrei. Fortbewegung findet zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit sogenannten Flüsterbooten statt – leisen, elektrisch betriebenen Booten, die keine Wellen und wenig Lärm erzeugen.
| Fortbewegungsmittel | Eigenschaften |
|---|---|
| Flüsterboot | Elektrisch, leise, einfach zu steuern |
| Fahrrad | Flexibel, für die Umgebung geeignet |
| Zu Fuß | Langsames Tempo entlang des Binnenpad |
Mit dem Boot erkunden
Boote lassen sich in Giethoorn selbst mieten und steuern. Neben einzeln buchbaren Flüsterbooten gibt es Sloop-Boote mit Skipper für Gruppen bis zu zwölf Personen.

| Bootstyp | Eignung |
|---|---|
| Flüsterboot | Einzelpersonen, Paare |
| Sloop-Boot mit Skipper | Gruppen bis zu 12 Personen |
Ein Video zu den Flüsterbooten zeigt, wie sich die Boote steuern lassen.
Nationalpark Weerribben-Wieden: Radfahren und Wandern
Der angrenzende, von Staatsbosbeheer mitverwaltete Nationalpark Weerribben-Wieden bietet Fahrradwege und Wanderrouten durch die Sumpf- und Wasserlandschaft. In der Nähe liegen die kleineren Orte Dwarsgracht und Belt-Schutsloot, die ähnlich wie Giethoorn von Wasserwegen geprägt sind. Ein Video zum Nationalpark zeigt die Landschaft aus der Vogelperspektive. Wer weitere Naturschutzgebiete der Niederlande kennenlernen möchte, findet mehr im Beitrag zum Nationalpark De Meinweg in Limburg.
Stand-up Paddling
Entlang des rund 4 km langen Dorfgrabens wird auch Stand-up Paddling (SUP) angeboten. Verleihstationen im Dorf stellen Ausrüstung für Anfänger und erfahrene Paddler bereit; die ruhigen Kanäle eignen sich gut für diese Sportart.

Anreise: Zug, Auto oder Flug
Mit der Bahn erreicht man zunächst die Bahnhöfe Zwolle oder Steenwijk und fährt von dort mit dem Bus weiter nach Giethoorn. Autoreisende nutzen Parkplätze außerhalb des Dorfkerns, da Giethoorn selbst weitgehend autofrei ist. Aus dem Ausland anreisende Besucher fliegen meist nach Schiphol oder Eindhoven und reisen von dort per Zug oder Mietwagen weiter.

| Verkehrsmittel | Wegbeschreibung |
|---|---|
| Zug | Bis Zwolle oder Steenwijk, anschließend Bus nach Giethoorn |
| Auto | Parkplätze außerhalb des autofreien Dorfkerns |
| Flug | Schiphol oder Eindhoven, danach Zug oder Mietwagen |
Gastronomie
Giethoorn hat trotz seiner Größe mehrere bekannte Restaurants: De Lindenhof, ausgezeichnet mit einem Michelin-Stern, das Grand Café Fanfare mit regionaler Küche sowie das Restaurant De Sloothaak direkt am Kanal. Wer sich für niederländische Käsesorten interessiert, findet mehr dazu im Beitrag zu den niederländischen Käsesorten.

Wer nach Giethoorn ein weiteres ruhiges Reiseziel sucht, findet dies bei den niederländischen Inseln oder in Harlem. Wer von Amsterdam aus anreist, kann den Ausflug gut mit einem Städtebesuch verbinden.
Weiterführende Links
- Reisetipps für Giethoorn (urlaubstracker.de)
- Giethoorn im Überblick (das-andere-holland.de)
- Offizielle Informationen (giethoornvillage.com)
Häufig gestellte Fragen
Warum hat Giethoorn keine Straßen?
Das Dorf ist historisch über Wasserwege gewachsen, die aus der Torfgewinnung entstanden. Bis heute sind viele Häuser nur über Brücken oder mit dem Boot erreichbar.
Wie viele Brücken hat Giethoorn?
176 Brücken verbinden die kleinen Inseln des Dorfes miteinander.
Was ist ein Flüsterboot?
Ein leises, elektrisch betriebenes Boot, das in Giethoorn zur Fortbewegung auf den Kanälen genutzt wird und wenig Lärm sowie kaum Wellen erzeugt.
Wie kommt man ohne Auto nach Giethoorn?
Mit dem Zug bis Zwolle oder Steenwijk und von dort mit dem Bus weiter, oder aus dem Ausland über die Flughäfen Schiphol oder Eindhoven.
Gibt es in Giethoorn ausgezeichnete Restaurants?
Ja, darunter De Lindenhof mit einem Michelin-Stern sowie das Grand Café Fanfare und das Restaurant De Sloothaak am Kanal.
Woher stammt der Name Giethoorn?
Der Legende nach fanden die Gründer um 1230 zahlreiche Hörner wilder Ziegen im Schlamm, Überreste einer Flut aus dem 10. Jahrhundert, und nannten die Siedlung „Geytenhorn“ – daraus entwickelte sich über die Jahrhunderte der heutige Name.
Warum heißt Giethoorn „niederländisches Venedig“?
Der Beiname geht vor allem auf den Spielfilm „Fanfare“ von 1958 zurück, der im Dorf gedreht wurde und mit rund 2,6 Millionen Kinobesuchern zu einem der erfolgreichsten niederländischen Filme wurde. Er machte die wasserreiche Kulisse Giethoorns über die Landesgrenzen hinaus bekannt.





