Inhaltsverzeichnis:
Beitragsbild: Foto: Michielverbeek, „Blokzijl, zicht op haven met kerktoren foto9 2013-04-28 16.35“, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Blokzijl liegt in der Provinz Overijssel an der ehemaligen Zuiderzee. Das Städtchen wuchs im 16. Jahrhundert zu einem bedeutenden Handelshafen heran; eine Schleuse an dieser Stelle wird bereits 1438 erwähnt. Der historische Ortskern gilt als besonders gut erhalten und steht seit 1973 als rijksbeschermd gezicht unter nationalem Denkmalschutz.
Die Entstehung und Geschichte von Blokzijl
1438 wurde die Mündung der Steenwijker Aa an die heutige Stelle von Blokzijl verlegt; hier stand bereits die sogenannte Grote of Vollenhoofse Zijl, eine Schleuse zur Entwässerung des dahinterliegenden Poldergebiets. Als eigentlicher Handelsort wuchs Blokzijl ab den 1580er-Jahren heran, getragen vom Export von Torf – dem „braunen Gold“ – über die Zaanstreek und andere Regionen.
Während des Achtzigjährigen Krieges gewann der Ort militärische Bedeutung: 1581 ließ der Geusenführer Diederik Sonoy eine Schanze um die Siedlung errichten, in der eine Garnison des Staatischen Heeres lag. 1621 erhielt Blokzijl eine sechseckige Befestigungsmauer. Von den Wällen ist heute nur noch der Grundriss im Stadtbild erkennbar.

| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1438 | Erste Erwähnung der Schleuse (Grote of Vollenhoofse Zijl) |
| 1580er-Jahre | Aufstieg zum Handelsort, Torfexport |
| 1581 / 1621 | Schanze bzw. sechseckige Befestigungsmauer im Achtzigjährigen Krieg |
| 1973 | Rijksbeschermd gezicht (nationaler Denkmalschutz) |
Ein Spaziergang durch Blokzijl
Auf einer Fläche von rund 33,7 Hektar zählt der geschützte Ortskern mehr als fünfzig Rijksmonumenten – Kaufmannshäuser aus dem Goldenen Zeitalter mit Treppengiebeln und Backsteinfassaden prägen das Bild. Die engen Gassen und schmalen Holzbrücken laden zum Flanieren ein, gesäumt von kleinen Läden und Cafés.
Das Hafenbecken ist das Herzstück des Ortes: Hier liegen moderne Jachten neben historischen Schiffen der Bruine Vloot, der niederländischen Traditionssegelflotte. Ein Spaziergang entlang der ehemaligen Schleuse führt zu den Resten der Stadtbefestigung aus dem 17. Jahrhundert.
| Highlight | Besonderheit |
|---|---|
| Kaufmannshäuser | Treppengiebel und Backsteinfassaden, Goldenes Zeitalter |
| Gassen und Brücken | Historische Bebauung auf engem Raum |
| Hafenbecken | Jachten und Schiffe der Bruine Vloot |
Praktische Reisetipps
Blokzijl ist ruhiger als das bekanntere Giethoorn, bietet aber ähnliches maritimes Flair und ist ein guter Ausgangspunkt für Wassersportler. Der historische Kern ist weitgehend autofrei zu erkunden. Ein Besuch lässt sich gut mit Tagesausflügen nach Zwartsluis sowie den Nachbarorten Vollenhove und Kuinre verbinden. Wer weitere gut erhaltene Handelsstädte aus dem Goldenen Zeitalter sehen möchte, findet Vergleichspunkte in Delft und Haarlem; der einstige Zielort des Blokzijler Torfhandels, Zaanse Schans, lässt sich ebenfalls als Ausflug kombinieren.
Für wen sich Blokzijl lohnt
Blokzijl passt zu Reisenden, die Ortsgeschichte lieber im Stadtbild als im Museum ablesen. Der kleine Kern mit Kaufmannshäusern, Treppengiebeln und schmalen Holzbrücken ist in überschaubarer Zeit zu Fuß erkundet, und am Hafenbecken zeigen die Schiffe der Bruine Vloot, wie eng der Ort mit dem Wasser verbunden war. Wer mit dem eigenen Boot unterwegs ist oder Wassersport treibt, findet hier einen ruhigen Liegeplatz und Ausgangspunkt. Auch für Radfahrer, die mehrere Orte am Rand der ehemaligen Zuiderzee verbinden möchten, eignet sich Blokzijl gut als Station zwischen Vollenhove, Kuinre und Zwartsluis.
Weniger ergiebig ist der Ort für Familien mit Kindern, die feste Mitmachangebote erwarten, und für Gäste, die Einkaufsstraßen, Abendprogramm oder große Museen suchen. Das Angebot beschränkt sich auf wenige Läden und Cafés, und nach einem Rundgang von ein paar Stunden hat man das Wesentliche gesehen. Wer die Grachtenlandschaft von Giethoorn erwartet, sollte wissen, dass Blokzijl ein Hafenort mit Handelshäusern ist und kein Wasserdorf.
Am meisten bietet Blokzijl im Sommer, wenn der Hafen belegt ist und die Terrassen geöffnet sind; Frühling und Herbst sind für einen stillen Spaziergang ebenfalls gut, der Winter wirkt dagegen eher leer. Kommen Sie an Sommerwochenenden am besten vormittags, bevor die Freizeitskipper einlaufen, und verbinden Sie den Besuch mit einem der Nachbarorte, damit sich die Anfahrt lohnt.
Häufig gestellte Fragen
Steht Blokzijl unter Denkmalschutz?
Ja, seit 1973 als rijksbeschermd gezicht – ein national geschütztes Ortsbild, keine UNESCO-Auszeichnung. Der geschützte Bereich umfasst rund 33,7 Hektar mit mehr als fünfzig Rijksmonumenten.
Wofür war Blokzijl wirtschaftlich bekannt?
Vor allem für den Torfexport im 16. und 17. Jahrhundert, der den Ort zu einem wohlhabenden Handelshafen an der Zuiderzee machte.
Wie unterscheidet sich Blokzijl von Giethoorn?
Blokzijl ist ein historischer Hafenort mit Kaufmannshäusern und Befestigungsresten, während Giethoorn für seine Grachten und reetgedeckten Höfe ohne Straßen bekannt ist. Blokzijl gilt als ruhiger und weniger touristisch.
Was ist die Bruine Vloot?
Die „braune Flotte“ bezeichnet traditionelle niederländische Segelschiffe, von denen mehrere im Hafenbecken von Blokzijl liegen.





