Die Loonse en Drunense Duinen: Wandern in Brabants Sahara

Beitragsbild: mit KI erstellt (Symbolbild)

Zwischen ’s-Hertogenbosch und Tilburg liegt mit den Loonse en Drunense Duinen das größte aktive Dünengebiet Westeuropas. Wegen der extremen Temperaturschwankungen auf dem offenen Sand – im Sommer kann die Oberfläche bis zu 50 °C heiß werden – trägt das Gebiet den Beinamen „Brabantse Sahara“. Seit 2002 ist es Nationalpark und zieht jährlich rund 1,2 Millionen Besucher an.

Die Loonse en Drunense Duinen im Überblick

Der Nationalpark umfasst eine Gesamtfläche von 3.500 Hektar, davon rund 270 Hektar aktive Sandverwehungen. Die Dünen entstanden vor rund 10.000 Jahren gegen Ende der letzten Eiszeit aus abgelagertem Sand. Im Mittelalter führte Überweidung zur Entwaldung, wodurch sich die offenen Sandflächen weiter ausbreiteten. Später nutzte das Militär Teile des Gebiets als Truppenübungsgelände, bis in die 1990er Jahre.

Fakten Details
Gesamtfläche 3.500 Hektar
Aktive Sandverwehungen 270 Hektar
Geografische Lage Zwischen ’s-Hertogenbosch und Tilburg
Besucher pro Jahr rund 1,2 Millionen

Heute ist der Nationalpark ein beliebtes Ziel für Tagesausflüge, mit barrierefreien Wanderwegen und eigenen Reitpfaden.

Die Landschaft der Loonse en Drunense Duinen

Sanddünen in Brabant
Bild: mit KI erstellt (Symbolbild)

Wandernde Dünen

Wind formt die Landschaft bis heute: Die Dünen wandern jährlich etwa 1 bis 3 Meter. An manchen Stellen ist die Sandschicht mehrere Meter mächtig; kleinere Ortschaften am Rand des Gebiets gerieten im Lauf der Jahrhunderte zeitweise unter Sand. Der bekannte Freizeitpark Efteling liegt direkt angrenzend an das Dünengebiet, ist mit ihm aber nicht zu verwechseln.

Flora und Fauna

Die kargen Bedingungen haben spezialisierte Arten hervorgebracht, etwa das Zandzegge-Gras und den Sandlaufkäfer. Auch die lebendgebärende Eidechse kommt hier vor. Einen Kontrast zur offenen Sandfläche bilden Feuchtgebiete wie De Brand, wo Laubfrösche und andere auf Wasser angewiesene Arten leben. Vereinzelt ragen vom Sand halb begrabene, abgestorbene Bäume aus den Dünen.

Seit vielen Jahren laufen im Gebiet Renaturierungsprojekte, die Verbuschung eindämmen sollen, um die offene Dünen- und Heidelandschaft zu erhalten.

Aktivitäten in den Loonse en Drunense Duinen

Wandern und Radfahren

Die rund 11 Kilometer lange „Europese Wandeling“-Route führt durch die Dünentäler des Parks. Für Radfahrer steht ein ausgedehntes Netz markierter Strecken zur Verfügung, das durch die abwechslungsreiche Landschaft aus Sand, Heide und Wald führt. Familienfreundliche Sandspielplätze und Naturerkundungspfade richten sich an Kinder, dazu kommen GPS-geführte Entdeckertouren.

Reiten und Mountainbiken

Reiten ist im Gebiet beliebt; Verleihe bieten geführte Touren an, die teils an den Weiden der Schafherde vorbeiführen. Für Mountainbiker gibt es eigene Strecken durch die sandige Landschaft. Im Winter dienen manche Dünenhänge bei ausreichend Schnee als Rodelhang, an den Parkeingängen stehen zudem Ladestationen für E-Bikes bereit.

Naturschutz und Landschaftspflege

Naturschutz in der Heide
Bild: mit KI erstellt (Symbolbild)

Renaturierung und Artenschutz

Ein laufendes Projekt zielt darauf ab, bis 2027 mehrere Biotope im Gebiet stärker miteinander zu vernetzen und so die Artenvielfalt zu fördern. Der Dachs hat sich in den vergangenen Jahren in Teilen des Gebiets wieder angesiedelt. Für gefährdete Arten wie den Kammmolch laufen zudem gezielte Schutzprogramme.

Schafherden in der Landschaftspflege

Eine mobile Schafherde beweidet täglich mehrere Hektar Fläche im Wechsel und verhindert so die Verbuschung der offenen Heide- und Sandlandschaft. Die Beweidung kommt dabei ganz ohne maschinelle Eingriffe aus.

Maßnahme Details
Schafsbeweidung mobile Herde, wechselnde Weideflächen
Biotopvernetzung geplant bis 2027
Wiederansiedlung Dachs, in Teilen des Gebiets
Artenschutzprogramm u. a. Kammmolch
Loonse en Drunense Duinen Gesamtfläche 3.500 Hektar Aktiver Sand rund 270 Hektar Nationalpark seit 2002 Dünenwanderung rund 1 bis 3 Meter pro Jahr
Kennzahlen zu den Loonse en Drunense Duinen

Praktische Hinweise

Als beste Reisezeit gelten die Monate März bis Juni sowie September und Oktober, wenn das Wetter mild und die Landschaft besonders reizvoll ist. Für den Ausflug empfehlen sich robustes Schuhwerk, Sonnenschutz und ein Fernglas für die Tierbeobachtung. Aktuelle Informationen zu den Schafherden und zum Park bietet die offizielle Website beziehungsweise die Social-Media-Kanäle des Nationalparks. Der Besuch lässt sich gut mit dem angrenzenden Freizeitpark Efteling oder einem Abstecher in die Stadt Den Bosch verbinden.

Wer weitere Dünenlandschaften der Niederlande kennenlernen möchte, findet sie etwa beim Wandern in den Dünen von Texel. Für Heidelandschaften bietet sich ein Vergleich mit der Veluwe oder dem Nationalpark Hoge Veluwe an. Wer lieber auf historischen Pfaden unterwegs ist, findet mit dem Wandern auf ehemaligen Kirchenpfaden eine andere Art von Wanderroute. Einen Überblick über weitere Schutzgebiete gibt die Übersicht der Naturschätze der Niederlande.

Häufig gestellte Fragen

Warum heißen die Loonse en Drunense Duinen „Brabantse Sahara“?

Wegen der offenen Sandflächen und der starken Erhitzung der Oberfläche an Sommertagen, die an Wüstenverhältnisse erinnert.

Wie groß ist das Dünengebiet?

Der Nationalpark umfasst 3.500 Hektar, davon sind rund 270 Hektar aktiv wandernde Sandflächen.

Wie sind die Dünen entstanden?

Sie bildeten sich vor rund 10.000 Jahren aus abgelagertem Sand der letzten Eiszeit; mittelalterliche Überweidung und Entwaldung ließen die Sandflächen später weiter wachsen.

Welche Tiere leben in den Dünen?

Zu den angepassten Arten zählen der Sandlaufkäfer und die lebendgebärende Eidechse; in den angrenzenden Feuchtgebieten leben zudem Laubfrösche und der geschützte Kammmolch.

Lässt sich der Besuch mit anderen Ausflugszielen kombinieren?

Ja, der angrenzende Freizeitpark Efteling und die Stadt Den Bosch liegen in unmittelbarer Nähe und eignen sich für eine Kombination mit dem Parkbesuch.