Das Dwingelderveld: Größtes feuchtes Heidegebiet Westeuropas

Beitragsbild: Foto: Gouwenaar, „20180607 Dwingelderveld3“, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Das Dwingelderveld gilt als größtes feuchte Heidegebiet Westeuropas. Auf rund 3.700 Hektar in der Provinz Drenthe wechseln sich Heideflächen, Moore, Wälder und Sandverwehungen ab. Seit 1991 ist das Gebiet Nationalpark und dient als Rückzugsort für seltene Pflanzen und Tiere – bekannt sind vor allem die tierischen „Big Five“ des Parks: Kreuzotter, Reh, Kranich, Dachs und das Drenther Heideschaf.

Dwingelderveld auf einen BlickZum ausführlichen Reiseprofil
Stärken
Natur & Landschaft 5/5 · Familie & Kinder 3/5
Beste Zeit
Sommer
Aufwand
ganzer Tag · kostenlos · draußen
Andrang
Moderat, zur Heideblüte im Juli und August deutlich mehr Besucher

Das Dwingelderveld im Überblick

Mit über 60 Moorseen prägt Wasser die Landschaft des Nationalparks. Die Entstehung dieser Feuchtgebiete geht auf eine wasserundurchlässige Lehmschicht im Untergrund zurück. Um 1850 war die Heidefläche in Drenthe noch deutlich größer als heute; seither ist ein Teil davon aufgeforstet oder landwirtschaftlich genutzt worden, während das Dwingelderveld als zusammenhängender Rest erhalten blieb.

Das Besucherzentrum im Ort Ruinen ist ein guter Ausgangspunkt für Erkundungen; es bietet einen Shop, einen Kräutergarten und ein kleines Biotop. Der Nationalpark lässt sich ganzjährig besuchen, im Winter vor allem zur Vogelbeobachtung. In der Nähe liegen die Nationalparks Drentsche Aa und Drents-Friese Wold für weitere Ausflüge.

Feature Beschreibung
Moorseen Über 60 Seen und Torfmoore
Lehmboden Grundlage für die Feuchtgebiete
Besucherzentrum Shop, Kräutergarten, Biotop (in Ruinen)
Nachbarparks Drentsche Aa, Drents-Friese Wold

Flora und Fauna des Dwingelderveld

Flora: Heidekraut, Torfmoose und Orchideen

Heidekraut prägt weite Teile der Landschaft. In den nährstoffarmen Böden der Moorseen gedeihen Torfmoose, die für den Wasserhaushalt des Gebiets wichtig sind. In den schwer zugänglichen Feuchtgebieten wachsen zudem sechs Orchideenarten. Um die Wacholdersträucher, die ebenfalls im Park vorkommen, rankt sich in der Region der Sage der „Witte Wieven“ (weiße Frauen) – mythische Nebelgestalten aus der Drenther Volkssage.

Blühende Besenheide im Nationalpark Dwingelderveld im Spätsommer
Foto: Agnes Monkelbaan, „Nationaal Park Dwingelderveld 20-08-2019 (actm.) 05“, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Fauna: Vögel, Reptilien und Säugetiere

Zu den heimischen Vogelarten zählt der Mäusebussard mit seiner auffälligen Flügelspannweite. An den Davidsplassen lässt sich eine Kolonie von Zwergtauchern beobachten, dort steht auch eine Vogelbeobachtungshütte. Mit einem Fernglas sind hier unter anderem Grünspecht und Schwarzspecht zu entdecken.

Unter den Reptilien kommt im Park unter anderem die Ringelnatter vor. Rehe und Dachse sind ebenfalls verbreitet und lassen sich besonders in der Dämmerung gut beobachten.

Aktivitäten im Dwingelderveld

Wandern und Radfahren

Für Wanderer gibt es ausgeschilderte Routen wie die 8 Kilometer lange Grabhügel-Route oder die 9,5 Kilometer lange Davidsplassen-Route durch besonders sehenswerte Teile des Parks. Radfahrer können die 46 Kilometer lange Landschaftsroute durch Heideflächen und Wälder nutzen. Für Kinder ab 8 Jahren gibt es eine digitale Rätseltour, die die Wanderung mit spielerischen Aufgaben verbindet.

Planwagenfahrten und Schafherden

Planwagenfahrten sind eine barrierefreie Möglichkeit, den Park zu erkunden; dabei erfahren Besucher bei Schäfergesprächen mehr über die traditionelle Schafzucht. Die Drenther Heideschafe gehören seit Langem zur Landschaftspflege im Gebiet.

Für Astronomie-Interessierte ist das historische Radioteleskop bei Dwingeloo ein Ausflugsziel. Der Aussichtsturm in Ruinen bietet vor allem am Morgen gute Fotomöglichkeiten. Wer länger bleiben möchte, findet mit dem Campingplatz Torentjeshoek eine Unterkunft direkt am Park; für eine Pause bieten sich der Bospub und das Theehuys Anserdennen mit Heidekräuter-Tee an.

Dwingelderveld im Überblick Fläche rund 3.700 Hektar Nationalpark seit 1991 Moorseen über 60 Wanderrouten von 8 bis 9,5 km, Radroute 46 km
Kennzahlen zum Nationalpark Dwingelderveld

Praktische Hinweise

Ein Besuch lohnt sich zu jeder Jahreszeit: Im Juli und August blüht die Heide lilafarben, im Winter ist die Vogelbeobachtung besonders ergiebig. Wer die kulturelle Seite der Region kennenlernen möchte, kann den Besuch mit einem Abstecher in eines der typischen Drenther Brink-Dörfer verbinden, die um einen zentralen Dorfanger angelegt sind.

Wer sich für vergleichbare Landschaften interessiert, findet Heideflächen auch in der Veluwe und im dortigen Nationalpark Hoge Veluwe. Wer eher an Feuchtgebieten mit reicher Vogelwelt interessiert ist, dem sei der Nationalpark Biesbosch empfohlen. Einen Überblick über weitere Schutzgebiete gibt die Übersicht der Naturschätze der Niederlande.

Wem das Dwingelderveld am meisten bietet

Reiseprofil: Dwingelderveld
Wofür sich das Ziel eignet
Familie & Kinder
3/5
Action & Abenteuer
1/5
Wellness & Erholung
3/5
Kultur & Geschichte
2/5
Natur & Landschaft
5/5
Wasser & Strand
1/5
Städtetrip & Shopping
0/5
Kulinarik & Genuss
1/5
Preis-Leistung und Fotomotiv
Preis-Leistung
5/5
Fotomotiv
4/5
Beste Reisezeit
Frühling
gut
Sommer
ideal
Herbst
gut
Winter
gut
Gut zu wissen
Zeitbedarf
Tag – für eine Wanderroute und das Besucherzentrum
Budget
Kostenlos – Nationalpark frei zugänglich, Planwagenfahrten kostenpflichtig
Wetter
Outdoor – Heide, Moorseen und Wald, Besucherzentrum in Ruinen als Anlaufpunkt
Andrang
Moderat, zur Heideblüte im Juli und August deutlich mehr Besucher
Übernachtung
Am Park – Campingplatz Torentjeshoek, weitere Unterkünfte in den Dörfern
Barrierearm / Kinderwagen
Eingeschränkt – Planwagenfahrten barrierefrei, Wanderwege teils sandig oder feucht
Hunde
Vor dem Besuch beim Gebietsverwalter prüfen
Anreise
Auto nach Ruinen oder Dwingeloo, Rad über die Landschaftsroute
Ein weitläufiges Heide- und Moorgebiet in Drenthe für Wanderer, Radfahrer und Vogelbeobachter, im Sommer mit Heideblüte.
Redaktionelle Einschätzung der Niederlandenet.de-Redaktion, Stand September 2026. Preise, Öffnungszeiten und Andrang können abweichen – Angaben ohne Gewähr.

Das Dwingelderveld ist ein Ziel für Wanderer, Radfahrer und Tierbeobachter, die Zeit mitbringen. Über 60 Moorseen, Heide und Wald bilden ein zusammenhängendes Gebiet, das sich auf ausgeschilderten Routen wie der Grabhügel-Route oder der Davidsplassen-Route gut erschließen lässt. An den Davidsplassen steht eine Beobachtungshütte, von der aus sich Zwergtaucher und Spechte beobachten lassen. Familien mit Kindern ab acht Jahren nutzen die digitale Rätseltour, und wer nicht weit gehen kann, erlebt die Heide bei einer Planwagenfahrt mit Schäfergespräch.

Weniger geeignet ist das Gebiet für Reisende, die Stadtleben, Badeseen oder ein dichtes gastronomisches Angebot suchen. Einkehrmöglichkeiten beschränken sich auf wenige Adressen wie den Bospub und das Theehuys Anserdennen. Wer die Kreuzotter oder den Kranich sehen möchte, braucht Geduld, denn Begegnungen mit den bekannten Tieren des Parks sind nicht planbar.

Am stärksten zeigt sich das Dwingelderveld im Juli und August, wenn die Heide blüht; der Winter lohnt sich für die Vogelbeobachtung, Frühjahr und Herbst sind ruhige Wanderzeiten. Starten Sie am Besucherzentrum in Ruinen und steigen Sie am Morgen auf den Aussichtsturm, dann ist das Licht zum Fotografieren am günstigsten. Rehe und Dachse zeigen sich am ehesten in der Dämmerung, ein Fernglas gehört daher ins Gepäck.

Dwingelderveld auf einen Blick
Angabe Details
Lage Provinz Drenthe, zwischen Dwingeloo und Ruinen
Charakter Nationalpark mit feuchter Heide, Moorseen und Wald
Schutzstatus Nationalpark seit 1991
Fläche rund 3.700 Hektar
Sehenswertes Davidsplassen, Aussichtsturm Ruinen, Radioteleskop Dwingeloo
Routen Grabhügel-Route (8 km), Davidsplassen-Route (9,5 km), Landschaftsroute (46 km)
Beste Reisezeit Juli und August (Heideblüte), Winter für Vogelbeobachtung
Aufenthaltsdauer Ein Tag
Anreise Auto nach Ruinen oder Dwingeloo, dann zu Fuß oder per Rad
Luftlinie ab Köln 212 km, Düsseldorf 178 km, Münster 126 km, Hamburg 253 km
Nächster Autobahn-Grenzübergang A7/A280 Bunde–Nieuweschans (67 km Luftlinie)
Stand September 2026. Quellen: Beitrag, Wikidata; Luftlinien aus Koordinaten berechnet. Angaben ohne Gewähr.

Häufig gestellte Fragen

Wie groß ist das Dwingelderveld?

Der Nationalpark umfasst rund 3.700 Hektar in der Provinz Drenthe und gilt als größtes feuchte Heidegebiet Westeuropas.

Was sind die „Big Five“ des Dwingelderveld?

Als „Big Five“ werden im Park Kreuzotter, Reh, Kranich, Dachs und das Drenther Heideschaf bezeichnet – Tierarten, die man dort mit etwas Glück beobachten kann.

Wann blüht die Heide im Dwingelderveld?

Die Hauptblütezeit liegt im Juli und August, wenn die Heideflächen lilafarben erscheinen.

Welche Aktivitäten gibt es im Park?

Neben Wander- und Radrouten unterschiedlicher Länge werden Planwagenfahrten und Schäfergespräche angeboten; für Kinder gibt es eine digitale Rätseltour.

Was hat es mit dem Radioteleskop bei Dwingeloo auf sich?

Das historische Radioteleskop in der Nähe des Parks ist ein Ausflugsziel für Astronomie-Interessierte und zeugt von der niederländischen Radioastronomie-Geschichte der Region.