Die Bäche von Drenthe: Natur an der Drentsche Aa

Beitragsbild: mit KI erstellt (Symbolbild)

Zwischen Assen und Groningen liegt mit dem Nationalpark Drentsche Aa eines der größten Schutzgebiete der Niederlande. Auf rund 10.000 Hektar sind hier seit dem 19. Jahrhundert weitgehend unregulierte Bachläufe erhalten geblieben, umgeben von Heideflächen, alten Dörfern und prähistorischen Grabstätten. Seit 2002 trägt das Gebiet offiziell den Status Nationalpark und ist Teil des europäischen Natura-2000-Netzwerks.

Naturbelassene Bäche und Heideflächen

Die Bachsysteme der Drentsche Aa gehen auf die Landschaftsformung während der Saale-Eiszeit vor rund 130.000 Jahren zurück. Bäche wie das Looner Diep und das Amerdiep folgen bis heute weitgehend ihrem ursprünglichen, gewundenen Verlauf, statt begradigt zu sein – eine Seltenheit in den technisch stark regulierten Niederlanden. Das Balloërveld, ein ehemaliges Truppenübungsgelände, zeigt heute ein Mosaik aus Heide, Torfmoor und Sandflächen; Panzergräben aus dem Zweiten Weltkrieg erinnern noch an die frühere militärische Nutzung.

Nationalpark Drentsche Aa Provinz Drenthe, seit 2002 Fläche ca. 10.000 ha Bäche Looner Diep, Amerdiep Heidegebiet Balloërveld
Der Nationalpark Drentsche Aa auf einen Blick

Pflanzen- und Tierwelt

Die Vielfalt an Lebensräumen macht die Drentsche Aa zu einem bedeutenden Rückzugsgebiet für seltene Arten. Auf den feuchten Wiesen und in den Bachtälern wachsen unter anderem Arnika und das Übersehene Knabenkraut, in den Mooren die Schwarze Teufelskralle. Biber sind in den Bachläufen wieder heimisch geworden, Wasserspitzmäuse leben in den Uferzonen, und die Gebänderte Prachtlibelle gilt als Indikator für saubere, naturnahe Bäche.

Flora Fauna
Arnika Biber
Übersehenes Knabenkraut Wasserspitzmaus
Schwarze Teufelskralle Gebänderte Prachtlibelle

Kulturhistorische Spuren

Kulturhistorische Schätze Drentsche Aa
Bild: mit KI erstellt (Symbolbild)

Die Region ist reich an sogenannten Angerdörfern, historischen Siedlungen mit einer zentralen Gemeinschaftsfläche, wie Eext und Rolde. Rolde war im Mittelalter Tagungsort des Etstoel, des höchsten Gerichts der Provinz Drenthe, und galt lange als eine Art historische Hauptstadt der Region. Im archäologischen Reservat De Strubben-Kniphorstbosch liegt eine der größten Ansammlungen prähistorischer Grabhügel der Niederlande, die Einblicke in eine Besiedlung geben, die bis in die Bronzezeit zurückreicht.

Auch die traditionelle Landwirtschaft hat Spuren hinterlassen: Wallhecken dienten als natürliche Grenzen und Schutz vor Viehverbiss, und die Eschflur-Bewirtschaftung mit Plaggendüngung prägte über Jahrhunderte die Ackerflächen rund um die Dörfer.

Wandern, Radfahren und Dörfer entdecken

Die rund 39 Kilometer lange Radroute „Drentsche Aa“ führt durch Heide, Wälder und Angerdörfer; besonders die Strecke Rolde–Anloo–Zuidlaren mit einem Abstecher zum Balloërveld gilt als lohnenswert. In Anloo lädt die Magnuskerk, eine der ältesten Kirchen der Niederlande, zu einem Besuch ein, und Zuidlaren ist für seinen Skulpturenpark und seine Cafés bekannt. Auf dem Balloërveld weiden Schottische Hochlandrinder und Drentse Heideschafe zur Landschaftspflege, und Vogelbeobachter können unter anderem Neuntöter, Schwarzkehlchen und Bekassine entdecken. Die Orchideenblüte im Frühjahr und die Heideblüte im August zählen zu den jahreszeitlichen Höhepunkten.

Für einen weiteren Einblick in die Kultur Drenthes lohnt sich ein Abstecher ins Museumsdorf Orvelte. Wer nach dem Besuch der Drentsche Aa weitere niederländische Naturgebiete kennenlernen möchte, findet Anregungen bei den Naturschätzen der Niederlande, im Nationalpark Hoge Veluwe oder im Nationalpark Biesbosch; wer die Heideblüte lieber in größerem Maßstab erleben möchte, findet sie auch in der Veluwe.

Häufig gestellte Fragen

Was macht die Drentsche Aa besonders?

Die Bäche des Gebiets sind seit dem 19. Jahrhundert weitgehend unreguliert geblieben und folgen noch heute ihrem ursprünglichen Verlauf – eine Seltenheit in den Niederlanden, wo die meisten Wasserläufe technisch reguliert sind.

Welche historischen Sehenswürdigkeiten gibt es in der Region?

Angerdörfer wie Eext und Rolde, die Magnuskerk in Anloo sowie die prähistorischen Grabhügel im Reservat De Strubben-Kniphorstbosch zählen zu den wichtigsten kulturhistorischen Zielen.

Wann ist die beste Zeit für einen Besuch?

Im Frühjahr blühen die Orchideenwiesen, im August steht die Heide in Blüte. Beide Jahreszeiten gelten als besondere Höhepunkte für einen Besuch.

Welche Tiere kann man im Nationalpark beobachten?

Neben Bibern und Wasserspitzmäusen leben hier Vogelarten wie Neuntöter, Schwarzkehlchen und Bekassine. Auf dem Balloërveld weiden zudem Schottische Hochlandrinder und Drentse Heideschafe.