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Appingedam liegt in der Provinz Groningen und zählt rund 10.900 Einwohner. Seit der Gemeindefusion 2021 gehört die Stadt zur Eemsdelta-Region. Bekannt ist sie vor allem für ihre „hängenden Küchen“ – Erker aus dem 16. Jahrhundert, die Anwohner am Damsterdiep-Kanal über das Wasser bauten, um mehr Platz zu gewinnen.
Lage und Zahlen
Appingedam liegt zwischen der Stadt Groningen und der Hafenstadt Delfzijl. Die Fläche beträgt 24,09 km², die Postleitzahlen reichen von 9901 bis 9903. Die Autobahnen A7 und A28 sowie die Bundesstraßen N33 und N360 führen ins Zentrum, dazu kommt die Bahnstrecke Groningen–Delfzijl mit einem Bahnhof nahe der Altstadt.
| Fläche | Postleitzahlen | Wichtige Kanäle |
|---|---|---|
| 24,09 km² | 9901–9903 | Damsterdiep, Emskanal |
Die Geschichte von Appingedam
Die Ursprünge der Stadt reichen in die Zeit um 800 n. Chr. zurück, als friesische Siedler die Region entlang des Damsterdiep besiedelten. Die Lage an den Kanälen machte den Ort schon im 9. Jahrhundert zu einem Handelsplatz. Im Jahr 1327 erhielt Appingedam das Stadtrecht, dokumentiert in der sogenannten Buurbrief van de Upstalboom.
Die Familie Snelgers prägte die Stadt über Jahrhunderte. Ihre Burg, die Snelgersmaborg, war von 1398 bis 1579 ein regionales Machtzentrum, bevor sie an andere Adelsfamilien überging. Appingedam hatte auch Rückschläge zu verkraften: Sturmfluten beschädigten die Stadt wiederholt, und mit dem Aufstieg von Delfzijl als Hafen verlor Appingedam im 16. Jahrhundert sein Stapelrecht und damit einen Teil seiner wirtschaftlichen Bedeutung. Im 19. Jahrhundert brachte die Industrialisierung, unter anderem mit den Brons-Motorenwerken, neuen Aufschwung.
Sehenswürdigkeiten in Appingedam
Die hängenden Küchen
Die „hängenden Küchen“ an der Wijkstraat sind das bekannteste Wahrzeichen der Stadt. Die Erker wurden im 16. Jahrhundert über dem Damsterdiep errichtet, um die knappen Küchenräume der Häuser zu erweitern. Die Häuserzeile gilt als architekturhistorisch bedeutend und zeigt, wie eng Wohnraum und Kanal in der mittelalterlichen Stadt verzahnt waren.
Historische Gebäude und Kirchen
Die Nicolaikerk, deren Bau im 13. Jahrhundert begann, gehört zu den ältesten Gebäuden der Stadt; ihr Glockenturm stammt aus dem Jahr 1554. Die Synagoge in der Broerstraat wurde 1801 errichtet und erinnert zusammen mit dem jüdischen Friedhof an die jüdische Geschichte Appingedams. Das Rathaus aus dem 17. Jahrhundert ist ein Beispiel für Renaissance-Architektur.
| Gebäude | Baujahr | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Nicolaikerk | 13.–15. Jh. | Glockenturm von 1554 |
| Synagoge | 1801 | Jüdisches Erbe |
| Rathaus | 17. Jh. | Renaissance-Architektur |
Am Rand der Stadt, nahe der N33, steht seit 2007 der Videopaviljoen „A Box of Ideas“ der Architektin Zaha Hadid – ursprünglich für ein Groninger Stadtfest entworfen und nach dessen Ende hierher versetzt.
Praktische Reisetipps für Appingedam
Mit dem Auto erreichen Sie Appingedam über die A7 und A28, weiter über die N33 oder N360 ins Zentrum; in der Altstadt gibt es Parkmöglichkeiten. Die Bahnlinie Groningen–Delfzijl hält in Appingedam, der Bahnhof liegt wenige Gehminuten von der Altstadt entfernt. Wer mit dem Boot unterwegs ist, kann die Kanäle der Stadt direkt anfahren, und gut ausgebaute Radwege verbinden Appingedam mit der Groninger Landschaft.
Die Altstadt bietet mehrere kleinere Hotels und Pensionen, einige davon mit Blick auf die Kanäle. In den Restaurants am Hafen stehen häufig frischer Fisch und regionale Spezialitäten auf der Karte. Ein Informationszentrum in der Altstadt hilft bei der Planung des Besuchs. Wer die Region weiter erkunden möchte, findet mit dem mittelalterlichen Enkhuizen oder dem Kanaldorf Giethoorn weitere Vergleichspunkte für historische Wasserstädte in den Niederlanden. Auch Utrecht, Leiden und Maastricht zeigen, wie unterschiedlich niederländische Städte ihre mittelalterlichen Kerne bewahrt haben. Appingedam selbst lässt sich gut mit einem Ausflug in die Provinzhauptstadt Groningen verbinden.
Häufig gestellte Fragen
Warum heißen die Erker in Appingedam „hängende Küchen“?
Weil die Bewohner der Wijkstraat im 16. Jahrhundert ihre Küchen als Anbauten über den Damsterdiep-Kanal bauten, um mehr Platz zu gewinnen. Die Konstruktionen hängen sichtbar über dem Wasser.
Wie kommt man am besten nach Appingedam?
Mit dem Auto über die A7/A28 und weiter über die N33 oder N360, oder mit dem Zug auf der Strecke Groningen–Delfzijl. Der Bahnhof liegt nur wenige Gehminuten von der Altstadt entfernt.
Was kann man in Appingedam an einem Tag sehen?
Die hängenden Küchen an der Wijkstraat, die Nicolaikerk mit ihrem Glockenturm, die Synagoge in der Broerstraat und das Renaissance-Rathaus lassen sich gut zu Fuß in einem Tagesausflug verbinden.
Gehört Appingedam zu Groningen?
Appingedam ist eine eigenständige Stadt in der Provinz Groningen, seit 2021 Teil der Gemeinde Eemsdelta. Die Provinzhauptstadt Groningen liegt rund 20 Kilometer entfernt.







