Die Flusslandschaft der IJssel

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Die IJssel ist ein nördlicher Arm des Rheins und fließt auf rund 123 Kilometern von Arnheim bis Kampen, wo sie ins IJsselmeer mündet – den größten Binnensee der Niederlande, den sie als wichtigster Süßwasserzubringer versorgt. Entlang des Flusses liegen alte Hansestädte, weite Auenlandschaften und Naturschutzgebiete, die zusammen eine der abwechslungsreichsten Flusslandschaften des Landes bilden.

Geografie und Bedeutung im Rheinsystem

Die IJssel durchquert die Provinzen Gelderland und Overijssel und ist durch die Moränenhügel der Veluwe von den anderen Rheinarmen getrennt. Bei Doesburg zweigt sie sich mit der Oude IJssel und ist über den Pannerdens Kanaal mit dem Nederrijn verbunden – eine hydrologische Besonderheit, die die Wasserverteilung im gesamten Rheindelta beeinflusst. Ihr Einzugsgebiet umfasst etwa 4.270 Quadratkilometer, der mittlere Abfluss liegt bei rund 380 Kubikmetern pro Sekunde. Zu ihren wichtigsten Nebenflüssen zählen die Berkel, der Schipbeek und die Oude IJssel.

Die IJssel Nördlicher Rheinarm, Gelderland/Overijssel Länge ca. 123 km Verlauf Arnheim → Kampen Mündet in IJsselmeer
Die IJssel auf einen Blick

Geschichte: Von der Römerzeit bis zum modernen Wassermanagement

Geschichte der IJssel
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Die Nutzung der IJssel als Wasserweg reicht bis in die Römerzeit zurück. Die sogenannte Fossa-Drusiana-Theorie geht davon aus, dass die Römer hier einen Kanal anlegten, um den Transport zu erleichtern; archäologische Spuren bei Westervoort werden als möglicher Beleg diskutiert, auch wenn die genaue Deutung unter Fachleuten nicht abschließend geklärt ist. Im Mittelalter entwickelte sich der Fluss zu einer wichtigen Handelsroute, von der Hansestädte wie Deventer und Zutphen profitierten.

In den folgenden Jahrhunderten wurde der ursprünglich frei mäandrierende Fluss zunehmend reguliert: Zwischen 1701 und 1707 entstand der Pannerdens Kanaal zur Verbesserung von Schifffahrt und Hochwasserschutz, ein Wasservertrag zwischen Preußen und den Niederlanden von 1771 regelte die Wasserverteilung zwischen Nederrijn und IJssel, und mit dem Bau des Abschlussdeichs 1932 veränderten sich die Mündungsbedingungen grundlegend. Der Stuw bij Driel, ein Wehr zur Abflussregulierung, folgte um 1970 im Rahmen der fortlaufenden Anpassung des Wassermanagements.

Naturschutzgebiete und Vogelbeobachtung

Die Duursche Waarden bei Olst zählen zu den ersten renaturierten Flussgebieten entlang der IJssel. Ein Aussichtsturm und Vogelbeobachtungshütten bieten Gelegenheit, Arten wie Fischadler, Eisvogel und Uferschnepfe zu beobachten. Bei Den Nul erinnert die „Ruige Route“ an die frühere Ziegelindustrie der Region und führt an Relikten alter Ziegeleien vorbei.

Rad- und Wanderwege sowie kulturelle Highlights

Die IJsseltal-Route, eine rund 41 Kilometer lange Radstrecke, führt an Hofläden und regionalen Erzeugern entlang des Flusses vorbei. Für Wanderer bieten sich die Auenlandschaften an, festes Schuhwerk ist bei feuchten Wegabschnitten empfehlenswert. Die Berkelroute kombiniert Radwege mit Wasserwanderabschnitten und wechselnden Blicken auf Fluss und Landschaft.

Kulturell hat die Region einiges zu bieten: Huis Landfort, der DRU Industriepark in Ulft und die historische Mosterdmakerij in Doesburg zeugen von unterschiedlichen Kapiteln der regionalen Geschichte. Die IJssellinie, eine niederländische Verteidigungsanlage aus der Zeit des Kalten Krieges, ist ein bemerkenswertes Zeugnis dieser Epoche. Am Bussloo-See bei Voorst lässt sich der Tag mit Baden oder einem Besuch der dortigen Therme ausklingen.

Weitere Naturziele entlang der Flüsse

Wer die IJssel-Region erkundet hat, findet mit dem Nationalpark Biesbosch ein weiteres bedeutendes Flussdelta-Naturgebiet der Niederlande. Auch der Nationalpark Hoge Veluwe, nur wenig westlich der IJssel gelegen, bietet einen deutlichen Kontrast mit seinen Wäldern und Heideflächen. Wer die niederländische Wasserlandschaft aus einer anderen Perspektive erleben möchte, kann dies etwa beim Kajakfahren auf den Grachten tun; für weitere Anregungen abseits der bekannten Ziele lohnt sich ein Blick auf die Naturschätze der Niederlande.

Häufig gestellte Fragen

Wie lang ist die IJssel und wo mündet sie?

Die IJssel ist rund 123 Kilometer lang, beginnt bei Arnheim und mündet bei Kampen ins IJsselmeer.

Welche Städte liegen an der IJssel?

Zu den bekanntesten Städten zählen die früheren Hansestädte Deventer, Zutphen und Doesburg sowie Kampen an der Mündung.

Welche Vögel lassen sich entlang der IJssel beobachten?

In den Auengebieten wie den Duursche Waarden sind unter anderem Fischadler, Eisvogel und Uferschnepfe zu sehen.

Wie lässt sich die IJssel am besten erkunden?

Die IJsseltal-Route und die Berkelroute bieten gut ausgebaute Radwege entlang des Flusses; wer es ruhiger mag, erkundet die Auenlandschaften zu Fuß oder per Kanu.