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Markthal, Kubushäuser und Erasmusbrug liegen in der Rotterdamer Innenstadt nah beieinander und füllen zusammen mit einer Hafenrundfahrt einen Tag, Euromast, Depot Boijmans Van Beuningen und Historisch Delfshaven ergeben einen zweiten. Die zweitgrößte Stadt der Niederlande mit 664.311 Einwohnern (Stand 2023) gehört zur Provinz Zuid-Holland (Südholland) und liegt 204 Kilometer Luftlinie von Köln und 176 Kilometer von Düsseldorf entfernt. Mit dem Zug kommen Sie ab Köln mit einem Umstieg nach Rotterdam Centraal, mit dem Auto über die Grenze bei Emmerich und die Autobahnen A12 und A20.
Dieser Beitrag ist als Besuchsplan gedacht: Stationen in sinnvoller Reihenfolge, Preise und Öffnungszeiten 2026, Parken und ein Programm für den zweiten Tag. Warum die Innenstadt nach 1940 neu gebaut wurde und wie ihre Hochhauskulisse entstand, lesen Sie in unserem Beitrag über Rotterdams Architektur vom Wiederaufbau zur Skyline.
Anreise nach Rotterdam: Zug ab Köln, Auto über A12 und A20
Mit der Bahn braucht die schnellste Verbindung ab Köln Hauptbahnhof rund 3 Stunden und 7 Minuten, unterwegs steigen Sie einmal um. Sie kommen in Rotterdam Centraal an, dem Hauptbahnhof am Nordrand der Innenstadt. Dort hat auch die Touristeninformation einen Schalter, der täglich bis 18 Uhr besetzt ist. Wie Sie in den Niederlanden Fahrkarten kaufen und was die NS-App kann, erklärt unser Beitrag Zugfahren in den Niederlanden.
Wer aus dem Rheinland oder dem Ruhrgebiet mit dem Auto kommt, überquert die Grenze meist bei Emmerich–Zevenaar, 116 Kilometer Luftlinie von Rotterdam entfernt. Auf deutscher Seite fahren Sie die A3, jenseits der Grenze geht sie in die niederländische A12 über. Diese führt an Arnhem und Utrecht vorbei bis zum Knooppunt Gouwe (Autobahnknoten Gouwe) bei Gouda. Dort wechseln Sie auf die A20, die Sie bis an Rotterdam heranbringt. Planen Sie die letzte Etappe nicht bis ins Zentrum, sondern bis zu einem P+R-Platz am Stadtrand.
Die wichtigsten Eckdaten zu Lage, Anreise, Übernachtungssteuer und Öffnungszeiten fasst die folgende Tabelle zusammen.
Parken in Rotterdam: P+R am Stadtrand statt Parkhaus im Zentrum
Die Gemeente Rotterdam (Stadtverwaltung) betreibt zwei Arten von P+R-Plätzen. Neun Standorte, darunter Beverwaard, Capelsebrug und Nesselande, kosten grundsätzlich nichts. Sieben weitere, etwa Kralingse Zoom, Slinge und Blijdorp, sind nur dann gratis, wenn Sie mit Bus, Tram oder Metro weiterfahren und das elektronisch belegen können: mit einer OV-chipkaart (ÖV-Chipkarte) oder einer RET-Karte der städtischen Verkehrsbetriebe, alternativ über die Sharing-App Gaiyo. Bei der Rückkehr scannen Sie Parkticket und Karte innerhalb einer Stunde am Automaten. Ohne diesen Nachweis kosten die Plätze 0,50 € je 13 Minuten, höchstens 23 € am Tag.
Bequemer für Familien und kleine Gruppen ist das P+R-Combi-Ticket. Es kostet 2026 je Person und Tag 4,85 € und umfasst einen reservierten Stellplatz sowie eine Tageskarte für Bus, Tram und Metro ins Zentrum. Ein Ticket gilt für bis zu fünf Personen, zu zweit zahlen Sie 9,70 €. Buchbar ist es unter anderem für Alexander, Kralingse Zoom, Slinge, Noorderhelling und Meijersplein. Regeln und Standorte stehen auf der städtischen Seite zu den P+R-Plätzen.
Die Parkhäuser der Innenstadt sind rund um die Uhr offen. Anders als in vielen deutschen Städten nehmen die Parkautomaten kein Bargeld an, Sie zahlen mit Karte oder per App. Und das kostenlose Parken am P+R hängt an der elektronischen Fahrkarte, nicht an einem Parkschein.
Innenstadt zu Fuß: Markthal, Kubushäuser und Erasmusbrug
Der Rundgang beginnt an der Markthal (Markthalle) in der Ds. Jan Scharpstraat 298. Die hufeisenförmige Halle nach einem Entwurf des Büros MVRDV wurde 2014 eröffnet und beherbergt mehr als 100 Stände mit Lebensmitteln und Imbissen. Eintritt kostet sie nicht, bezahlt wird am Stand. Montags bis donnerstags und samstags ist von 10 bis 20 Uhr geöffnet, freitags bis 21 Uhr, sonntags von 12 bis 18 Uhr. Einzelne Stände weichen davon ab. Wer zur Mittagszeit kommt, isst hier gleich mit. Ein typisch Rotterdamer Imbiss ist der Kapsalon aus Rotterdam. Öffnungszeiten und Standliste pflegt die Markthal auf ihrer Website.

Direkt gegenüber, auf der anderen Seite der Blaak, stehen die Kubuswoningen (Kubushäuser). Piet Blom hat sie entworfen, gebaut wurden sie 1984. Eine der Wohnungen ist als Kijk-Kubus (Schauwürfel) eingerichtet und täglich von 10 bis 18 Uhr zu besichtigen, im Juli und August bis 19 Uhr. Der Eingang liegt am Overblaak 70. Erwachsene zahlen 3,50 €, Senioren ab 65 und Studierende 2,50 €, Kinder bis 12 Jahre 1,50 €, Kinder bis vier Jahre nichts.

Von der Blaak geht es Richtung Süden an die Nieuwe Maas (Neue Maas) und auf die Erasmusbrug (Erasmusbrücke). Die Schrägseilbrücke von Ben van Berkel ist 802 Meter lang, ihr geknickter Pylon ragt 139 Meter auf. Königin Beatrix hat sie am 4. September 1996 eröffnet, die Rotterdamer nennen sie wegen der Form „De Zwaan“ (der Schwan). Für Fußgänger gibt es eigene Wege. Gehen Sie bis zum Südufer, zum Stadtteil Kop van Zuid: Von dort sehen Sie die Brücke vor der Kulisse der Innenstadt. Die Wege zwischen den drei Stationen sind kurz, wie viel Zeit Sie brauchen, hängt vor allem vom Aufenthalt in der Markthal ab.
Rotterdam vom Wasser und von oben: Spido-Rundfahrt und Euromast
Am Fuß der Erasmusbrug legen die Boote der Reederei Spido zur Hafenrundfahrt ab. Die Tour dauert 75 Minuten und fährt ganzjährig. Erwachsene zahlen 18,75 €, Kinder 10,55 €. Erst vom Wasser aus wird die Größe des Hafens greifbar. Wer ohne Ticket etwas über den Hafen erfahren will, geht in den Port Pavilion. Das Hafenmodell dort ist 11 Meter lang, der Besuch ist frei.
Etwas westlich, im Parkhaven 20, steht der Euromast. Die Aussichtsplattform liegt auf 112 Metern, mit der drehenden Kabine Euroscoop fahren Sie bis auf 185 Meter. Der Turm öffnet jeden Tag um 9:30 Uhr und schließt um 22 Uhr. Die Preise unterscheiden sich deutlich je nach Kaufweg: Das General Ticket für Erwachsene und Kinder ab 12 kostet online 13,50 €, an der Kasse 17,50 €. Senioren zahlen online ab 12 €, Kinder von 4 bis 11 ab 10 €, jüngere nichts. Die Complete Experience mit Euroscoop kostet online 19 € und an der Kasse 23,50 €. Aktuelle Zeiten und Tickets finden Sie direkt beim Euromast.

Der zweite Tag: Depot Boijmans Van Beuningen und Historisch Delfshaven
Im Museumpark 24 steht das Depot Boijmans Van Beuningen, ein öffentlich zugängliches Kunstlager. Auf sechs Etagen lagern mehr als 155.000 Werke, und Sie gehen zwischen Regalen und Vitrinen hindurch, statt durch klassische Ausstellungssäle. Ein Glasaufzug fährt auf das Dach zum Restaurant Renilde. Das Depot öffnet von Dienstag bis Sonntag jeweils um 11 Uhr und schließt um 17 Uhr, am Montag ist Ruhetag. Tickets gibt es nur online mit festem Zeitfenster: Erwachsene zahlen 20 €, Studierende und CJP-Inhaber 10,50 €, Besucher unter 18 Jahren nichts. Wer an einem ersten Mittwoch im Monat in der Stadt ist, kann außerdem das Museum Rotterdam kostenlos besuchen.
Für den Nachmittag lohnt der Abstecher nach Historisch Delfshaven. Die Tram braucht ab Rotterdam Centraal rund 10 Minuten bis zur Haltestelle Delfshaven. Das Viertel war einst der Hafen der Stadt Delft und hat das Bombardement von 1940 überstanden. Deshalb finden Sie hier, was der Innenstadt fehlt: Giebelhäuser, eine Gracht, Zugbrücken und alte Segelschiffe am Aelbrechtskolk und im Voorhaven (Vorhafen). Die Oude- of Pelgrimvaderskerk (Alte oder Pilgerväterkirche) stammt von 1417. Von hier brachen 1620 die Pilgerväter auf. Die Kirche ist dienstags bis samstags geöffnet, den Turm können Sie mittwochs und samstags besteigen. Durch das Viertel zu gehen kostet nichts.

Markttage, Welthafentage und Übernachten in Rotterdam
Unmittelbar neben der Markthal findet auf der Binnenrotte der Centrummarkt statt, nach Angaben der Stadt der zweitgrößte Markt der Niederlande. Er läuft dienstags von 8 bis 17:30 Uhr und samstags von 8 bis 17 Uhr, freitags stehen von 12 bis 18 Uhr nur wenige Händler dort. In der Saison 2026 gab es zusätzlich vom 19. April bis 27. September einen Sonntagsmarkt von 12 bis 17 Uhr.
Anfang September feiert die Stadt die Wereldhavendagen (Welthafentage) an den Kais rund um die Erasmusbrug, 2026 vom 4. bis 6. September. Der Eintritt ist frei, die Uferwege und Boote sind an diesen Tagen entsprechend voll. Ohnehin kostenlos sind in Rotterdam Sehenswürdigkeiten wie die Markthal, die Erasmusbrug, der Port Pavilion und der Spaziergang durch Delfshaven.
Ein Tag reicht für die Innenstadt mit Markthal, Kubushäusern, Brücke und Rundfahrt. Mit Euromast, Depot und Delfshaven kommen Sie auf zwei Tage, dann ist eine Übernachtung in einem Innenstadthotel sinnvoll. Dabei fällt eine Logiesbelasting (Übernachtungssteuer) von 6,5 % des Übernachtungspreises an. Wichtig für den Vergleich mit Angeboten aus Deutschland: Zur Bemessungsgrundlage zählen auch Nebenkosten wie Reinigung, WLAN und Bettwäsche, nicht nur der reine Zimmerpreis. Auskünfte vor Ort gibt die Rotterdam Tourist Information, deren Hauptbüro am Coolsingel 114 liegt. Ob Aufzüge, Rampen und rollstuhlgerechte Wege vorhanden sind, klären Sie am besten vor dem Besuch direkt mit dem jeweiligen Betreiber.
Für wen sich Rotterdam lohnt und für wen weniger
Rotterdam passt vor allem zu Ihnen, wenn Sie sich für Bauten der Nachkriegszeit und der Gegenwart interessieren. Auf wenigen Kilometern liegen Markthal, Kubushäuser, Erasmusbrug und Depot, und keines dieser Gebäude sieht aus wie das nächste. Auch für Städtereisende, die Amsterdam schon kennen oder dem dortigen Andrang ausweichen wollen, ist Rotterdam eine gute Wahl: Die Stationen sind gut erreichbar, und der Besucherstrom verteilt sich außerhalb der Welthafentage. Familien finden Kinderpreise am Euromast, bei der Hafenrundfahrt und im Kijk-Kubus, das Depot ist für Jugendliche unter 18 kostenlos. Autofahrer profitieren von den vielen P+R-Plätzen, die ohne Parkgebühr nutzbar sind.
Weniger passend ist Rotterdam, wenn Sie Grachten, Giebelhäuser und ein geschlossenes Altstadtbild erwarten. Die Innenstadt wurde 1940 zerstört, historische Bausubstanz gibt es fast nur noch in Delfshaven. Wer mit dem Zug aus Deutschland eine Direktverbindung sucht, findet ab Köln keine, mindestens ein Umstieg ist nötig. Und wer ein Wochenende mit Museumsbesuch plant, sollte beachten, dass das Depot montags geschlossen ist.
Am besten passen Frühling und Sommer, wenn Rundfahrt, Brückenspaziergang und Delfshaven bei langem Tageslicht gut in einen Tag hineingehen. Der Herbst eignet sich noch ordentlich, im Winter verlagert sich der Tag auf Markthal, Depot und Euromast bei früher Dunkelheit. Anfang September lohnt sich eine Reise vor allem dann, wenn Sie die Welthafentage bewusst mitnehmen möchten.
Häufige Fragen zu Rotterdams Sehenswürdigkeiten
Was kostet der Euromast in Rotterdam?
Das General Ticket für Erwachsene und Kinder ab 12 kostet online 13,50 € und an der Kasse 17,50 €. Kinder von 4 bis 11 zahlen online ab 10 €, Kinder bis 3 Jahre haben freien Eintritt. Geöffnet hat der Euromast täglich zwischen 9:30 und 22 Uhr, die Plattform liegt auf 112 Metern.
Kann man die Kubushäuser in Rotterdam besichtigen?
Ja, eine Wohnung ist als Musterwohnung Kijk-Kubus am Overblaak 70 zugänglich. Sie öffnet täglich von 10 bis 18 Uhr, im Juli und August bis 19 Uhr. Erwachsene zahlen 3,50 €, Kinder bis 12 Jahre 1,50 €.
Kostet die Markthal Eintritt?
Nein, die Halle ist frei zugänglich, Sie bezahlen nur, was Sie an den Ständen kaufen. Geöffnet ist montags bis donnerstags und samstags von 10 bis 20 Uhr, freitags bis 21 Uhr und sonntags von 12 bis 18 Uhr.
Wie lange dauert eine Hafenrundfahrt in Rotterdam?
Die Rundfahrt von Spido dauert 75 Minuten und startet am Fuß der Erasmusbrug. Sie fährt das ganze Jahr, Erwachsene zahlen 18,75 €, Kinder 10,55 €.
Wo parkt man in Rotterdam günstig?
Am günstigsten sind die P+R-Plätze am Stadtrand. Neun davon sind immer kostenlos, weitere wie Kralingse Zoom kosten nichts, wenn Sie mit OV-chipkaart oder RET-Karte weiterfahren. Ohne diesen Nachweis werden 0,50 € je 13 Minuten fällig, höchstens 23 € pro Tag.
Wann ist Markt in Rotterdam?
Der Centrummarkt auf der Binnenrotte findet dienstags von 8 bis 17:30 Uhr und samstags von 8 bis 17 Uhr statt. Freitags von 12 bis 18 Uhr sind nur wenige Stände aufgebaut.
Was sich mit Rotterdam verbinden lässt
Diese Ziele eignen sich als Halbtagesausflug oder als Stopp auf der An- und Abreise (Luftlinie ab dem Stadtzentrum):
- Kinderdijk, 11 Kilometer: die Mühlenreihe am Rand des Alblasserwaard, ein eigener Beitrag dazu ist in Vorbereitung.
- Delft, 13 Kilometer: Grachten, Marktplatz und Porzellan, gut mit dem Besuch in Delfshaven zu verbinden.
- Gouda, 19 Kilometer: Käsestadt nahe dem Knooppunt Gouwe, den Sie auf dem Rückweg Richtung Grenze ohnehin passieren.
- Den Haag, 21 Kilometer: Regierungssitz mit Museen und Strand in Scheveningen, ein Beitrag zu den Sehenswürdigkeiten folgt.
- Leiden, 27 Kilometer: Universitätsstadt mit Grachten und Museen.
Wer nicht zu Besuch, sondern für ein Studium in die Stadt kommen möchte, findet Hochschulen und Wohnungsmarkt im Beitrag Rotterdam als Studienort.
Angaben Stand September 2026. Quellen: Rotterdam Tourist Information, Gemeente Rotterdam (P+R), Markthal, Euromast, Wikidata. Zeiten, Preise und Regeln ändern sich; bitte vor der Reise bei der Gemeinde, dem VVV oder dem Betreiber prüfen.





